Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie 

Der Tiefenpsychologie liegt die Annahme zugrunde, dass wir alle durch frühe Erfahrungen mit unseren primären Bezugspersonen geprägt sind. Treten zu diesem Zeitpunkt Entbehrungen, Defizite, Verluste, Überforderungen oder Traumatisierungen auf, kann es in der seelischen Entwicklung des Kindes zu Schutz- und Abwehrmechanismen als Anpassungsvorgang kommen, der im weiteren Lebensverlauf fragil und somit störanfällig bleibt. Im Rahmen dieser lebensgeschichtlich erworbenen Disposition kann es unter ungünstigen Rahmenbedingungen oder in belastenden Lebensphasen zu einer Überforderung dieser Schutzmechanismen mit nachfolgender psychischer Dekompensation kommen.


Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zielt darauf ab, anhand der aktuellen Problemsituationden lebensgeschichtlich erworbene Konflikte erleb- und verstehbar zu machen, um hierdurch eine Neubewertung aus der Sicht des jetzt Erwachsenen zu ermöglichen und damit den Weg für Veränderung und Nachreifung zu ebnen.


Anders gesagt: Was uns ein Leben lang widerfährt, hinterlässt Spuren in unserer Seele - bewusste und unbewusste. Letztere entstehen, da unsere Psyche über Mechanismen verfügt, mit der sie sich schützt - wir verdrängen, verleugnen, verschließen die Augen, hören weg, ergreifen die Flucht, konsumieren, vergessen, stürzen uns in Arbeit....

Doch unsere Psyche lässt sich nicht austricksen. Sie speichert alle Spuren, Kratzer, Furchen, Wunden...in der Tiefe. Über sie legt sich lediglich eine zarte Haut, die jedoch verletzbar bleibt. Treffen aktuelle "Angriffe" auf diese alten Wunden, bietet die zarte Haut keinen ausreichenden Schutz. Die Wunde bricht wieder auf. Es entstehen Symptome, die uns signalisieren, dass in uns etwas aufgebrochen, offen, wund, schmerzhaft, unverheilt, nicht im Gleichgewicht ist. Es rumort in unserer Tiefe.