Was ist Psychotherapie?

 

Psychotherapie ist die Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, Leidenszuständen, Verhaltensauffälligkeiten mit psychologischen Mitteln, d.h. mit wissenschaftlich fundierten Methoden verbaler und nonverbaler Kommunikation.

 

Innerhalb einer besonderen und kontrollierten Form der zwischenmenschlichen Beziehung, der Therapiebeziehung, wird der Rahmen geschaffen, um sich mit den eigenen schwierigen Lebensthemen auseinanderzusetzen, sie für sich im Kontext der eigenen Lebensgeschichte verstehbar zu machen, eine Neubewertung zu erreichen und Veränderungen herbeizuführen. Symptome bilden sich zurück, das Selbstwertgefühl steigt, Lebensfreude und Entscheidungsfreiheit wachsen, Konflikte werden gelöst, so dass befriedigende Beziehungen gelebt werden können. Damit ist in der Regel eine persönliche Weiterentwicklung verbunden bzw. sogar ausdrückliches Ziel.

 

Wissenschaftlich anerkannt (Psychotherapierichtlinien) und damit von den Krankenkassen zur Kostenübernahme zugelassen sind in Deutschland die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die Psychoanalyse sowie die Verhaltenstherapie.

 

Psychotherapie bietet Hilfe bei Störungen des Denkens, Erlebens, Handelns und Fühlens. Dazu gehören psychische Störungen wie Angst- und Panikerkrankungen, Zwangsstörungen, Depressionen, Ess-Störungen, Lebenskrisen bzw. sogenannte Anpassungsstörungen wie z.B. Trauerreaktionen oder das Burnout-Syndrom,  Posttraumatische Belastungsstörungen und Suchterkrankungen. Außerdem spielen persönlichkeitsbedingte Schwierigkeiten eine Rolle (z.B. Borderline-Persönlichkeits-Störung). Auch bei der Bewältigung schwerer körperlicher Erkrankungen wie z.B. Krebs, Multiple Sklerose oder Herzinfarkt kann Psychotherapie angezeigt sein.

Aus dem Wissen heraus, dass Körper und Psyche eine Einheit bilden, spielen auch sogenannte psychosomatische Krankheitsbilder eine große Rolle - körperliche Symptome, die trotz umfangreicher Organdiagnostik körperlich nicht erklärbar sind, sondern als Ausdruck eines inneren (oft unbewussten) Konflikts gelten und als solcher in der Therapie verstehbar gemacht werden sollen.

Grundannahme ist für mich stets, dass jeder Patient alle für seine Heilung notwendigen Ressourcen bereits in sich trägt, nur zum aktuellen Zeitpunkt nicht auf diese zugreifen und sie damit nicht nutzen kann. In der realen Begegnung mit mir als Therapeutin arbeiten wir dann gemeinsam daran, diese brach liegenden Möglichkeiten zu aktivieren.

 

Mit der Entscheidung zu einer Psychotherapie trifft man wohl einer der schwersten, aber  am Ende auch lohnenswertesten Entscheidungen. Es erfordert Mut, sich kennenlernen zu wollen, sich seinen Ängsten zu stellen, sich ungeschminkt zu betrachten, sich mit unangenehmen Lebensthemen auseinanderzusetzen. Psychotherapie  ist kein Spaziergang auf festen, vorhersehbaren Wegen, sondern ein anstrengender, oft mit Überraschungen versehener, aber spannender Trip hin zu erstaunlichen Erkenntnissen, hin zu sich selbst.